Ziele und Aufgaben


Lehren und Lernen in der Medizin

Das computerunterstützte und fallbasierte Lehren und Lernen gewinnt in der Medizin durch die Bereitstellung multimedialer, interaktiver und netzwerkbasierter Technologien rasch an Bedeutung. Die multimediale Aufbereitung ermöglicht uns eine realitätsnahe Darstellung des Krankheitsfalles. Interaktionselemente fördern seine aktive und selbständige Bearbeitung durch den Studenten, was dann auf reale klinische Situationen übertragbar ist. Darüber hinaus erlaubt das netzwerkgestützte Arbeiten eine bessere Verfügbarkeit von Lernprogrammen sowie neue Formen des kooperativen Lernens, wie Falldiskussionen, Scripted Cooperation, Teleauthoring und Teletutoring.

Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß vom Nutzer akzeptierte Lernapplikationen nur aus dem unmittelbaren Lehr- und Lernprozeß heraus entwickelt werden können. In Anbetracht der komplexen Möglichkeiten multimedialer Gestaltungen müssen Hochschullehrer und Software-Designer das Drehbuch der Applikationen dialogisch erarbeiten und diese entwicklungsbegleitend im Studium evaluieren. Sollen neue didaktische und technische Konzepte etabliert werden, hat sich die interdisziplinäre Kooperation zwischen Ärzten, Informatikern und pädagogischen Psychologen, in bezug auf die reale Lehr- und Lernsituation, als erfolgreich erwiesen.

Anwendungsbezogene Softwareentwicklung

Ausgehend von der Bearbeitung spezieller Fälle im medizinischen Kontext engagiert sich unsere Arbeitsgruppe in diesem Prozeß als Initiator, Berater, Entwickler und Koordinator computerunterstützter Lernapplikationen und deren Integration in das Curriculum der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Wir machen uns besonders solche Projekte und Technologien zu eigen, deren Ergebnisse fachgebiets- und klinikübergreifend für die Verbesserung der Lehre genutzt werden können. Bei der Umsetzung von Individuallösungen hat sich demgegenüber eine auftragsbezogene Zusammenarbeit mit externen Software-Partnern als effizient erwiesen, wobei die AG auch hier wirksam wird (Problem- und Inhaltestrukturierung, Drehbuchdesign, Technologieberatung, Partnervermittlung).

Eine besondere Kompentenz erhält die Arbeitsgruppe durch die enge Integration in den Prozeß der Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Dadurch können inhaltliche und didaktische Schwerpunkte besser berücksichtigt und eine Überbetonung technischer Aspekte vermieden werden. Wir suchen enge Kontakte zu den Verantwortlichen im Lehrbereich (Studiendekan, Hochschullehrer etc.), im Bereich Medizinische Informatik, im Rechenzentrum und in der Verwaltung, um abgestimmte Konzepte zur stufenweisen curricularen Integration neuer Lehr- und Lerntechnologien zu erarbeiten und zu realisieren.

Medizin, Information und Öffentlichkeit

Medizinisches Wissen und studentische Ausbildung waren traditionell auf Hörsäle, Seminarräume und Fachbücher beschränkt. Im Sinne unserer Informationsgesellschaft sind wir heute jedoch gefordert, die Aktivitäten der Universität als ganzes wie auch die medizinische Versorgung, Ausbildung und Forschung im speziellen in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu stellen.

Dafür bietet aus unserer Sicht die Verknüpfung von allgemein interessierenden Gesundheitsthemen mit modernen, multimedialen Informationstechnologien exzellente Möglichkeiten. Wie im Projekt MEDIROBO - Das Gesundheitsinformationssystem bereits beispielhaft realisiert, ist es jedoch notwendig, Vorzüge und Grenzen der neuen Medien kritisch zu prüfen und zielgruppengerecht einzusetzen. Diese Erfahrungen nutzen wir für die Bereiche der computerunterstützten Aus- und Weiterbildung, für das Design und die Entwicklung elektronischer Lehrbücher auf CD-ROM sowie für unsere Lernangebote im World-Wide-Web-Dienst des Internet.