Die Sammlung wurde von Richard Kockel (1865-1934), dem ersten Direktor des Institutes für Gerichtsmedizin, ins Leben gerufen.
Sie diente und dient bis heute vornehmlich zur Darstellung und Rekonstruktion von Gewalteinwirkungen verschiedenster Art auf den Körper sowie der morphologischen Darstellung von Krankheiten, Missbildungen und operativen Eingriffen. Sie wird sowohl bei Studierenden der Medizin als Ergänzung zu den Vorlesungen und Seminaren als auch zur Fortbildung bei Ärztinnen und Ärzten, medizinischem Personal, Juristen, Polizeibeamten, Angehörigen der Bundeswehr, des Rettungswesens und der Feuerwehr verwandt. Sie umfasst insgesamt ca. 400 Ausstellungsstücke, die jedoch, wegen nicht ausreichender Ausstellungsfläche und wegen Restaurierungsarbeiten, nicht vollständig ausgestellt werden können.
Die Sammlung wird betreut von Frau Dr. Lindner, die auch für Terminabsprachen
zur Verfügung steht.
Beispiele aus der Lehrsammlung:

Schädel eines
Mannes aus der Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813;
bei Leipzig aufgefunden. Die
querverlaufende Knochenvertiefung an der rechten Stirn
weist auf einen Schlag auf
den Kopf mit einem scharfen oder spitzen Gegenstand,
z.B. mit einem Säbel oder
der Schneide einer Axt hin.
Der Knochendefekt war bei Eintritt
des Todes bereits verheilt, wie an den abgerundeten
Rändern der Schädeleinkerbung
erkennbar ist.

Rechtes Schienbein nach Entfernung
des Weichteilgewebes zur Darstellung eines Keilbruches
(sog. Messerer Bruch).
Die Bruchlinien wurden schwarz markiert. Die Spitze des Keiles zeigt in
Richtung der Gewalteinwirkung
und weist beim tödlichen Fußgänger-Verkehrsunfall auf die
primäre
Anstoßstelle des
betreffenden Fahrzeuges.
Somit ist rekonstruierbar,
von welcher Seite der Fußgänger angefahren wurde.
Der Institutsgründer
Richard Kockel pflegte die wissenschaftliche, kriminalistische und photographische
Dokumentation von Spuren und Beschädigungen an Bekleidung von Tätern
und Opfern insbesondere auch am Ereignisort, um Hinweise auf die Rekonstruktion
des Tatherganges zu erhalten. Diese historischen Photogramme fanden damals ihren
Platz in der Ausbildung von Medizin- und Jurastudenten sowie Polizisten.
Die serologische Untersuchung der vorhandenen Blutspuren erfolgte nach der Entdeckung
der Blutgruppenmerkmale durch Landsteiner und Wiener. Danach fand die Blutgruppenserologie
Eingang in die Untersuchung von Vaterschaftsanalysen und die Kriminalistik.